Beipackzettel richtig verstehen:
1. Handelsname des Präparates
Hier finden Sie den handelsüblichen Namen unter dem das Präperat in Deutschland vertrieben wird.
2. Wirkstoffe
Hier werden die Inhaltsstoffe des Präparates aufgeführt, die für die Wirksamkeit verantwortlich sind.
3. Zusammensetzung
Neben den Wirkstoffen werden hier auch alle anderen Bestandteile des Präparates aufgeführt, wie beispielsweise Lösungsstoffe oder Farbstoffe. Diese Angaben sind vor allem für Allergiker von Bedeutung.
4. Anwendungsgebiete
Hier stehen die Erkrankungen und Beschwerden, für deren Behandlung das Medikament zugelassen ist.
5. Gegenanzeigen
Hier steht, wann ein Medikament nicht oder nur nach gründlicher Prüfung durch den Arzt eingesetzt werden sollte.
6. Nebenwirkungen
In dieser Rubrik werden die bekannten Nebenwirkungen des Medikamentes aufgeführt. Der Gesetzgeber hat die Arzneimittelhersteller dazu verpflichtet, alle Nebenwirkungen aufzuzählen, und zwar unabhängig von der Wahrscheinlichkeit des Auftretens. So sind die langen Listen von Nebenwirkungen zu erklären, die oft auch noch unverständlich formuliert sind und den Patienten so verständlicherweise Angst machen. Relativiert wird die Bedeutung der möglichen Nebenwirkungen, wenn man auch auf die Angaben zur Häufigkeit der Nebenwirkungen achtet.
So bedeutet die Angabe
- "sehr selten", dass Nebenwirkungen in weniger als 0,01 %
- "selten" in weniger als 0,01 bis 0,1 %
- "gelegentlich" in 0,1 bis 1 %
- "häufig" in 1 bis 10 % und
- "sehr häufig" in mehr als 10 % der Fälle auftreten.
Informieren Sie Ihren Arzt in jedem Fall, wenn Sie ein Medikament wegen einer befürchteten Nebenwirkung nicht einnehmen möchten. Er muss sein therapeutisches Konzept danach richten, welche Medikamente Sie einnehmen und nicht danach, welche Präparate er verordnet hat.
7. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Medikamente (auch so genannte Naturheilmittel) können sich in ihrer Wirksamkeit beeinflussen, d. h. verstärken oder abschwächen. Gleiches gilt für Nahrungs- und Genussmittel. Notieren Sie sich deshalb alle Medikamente, die Sie einnehmen und informieren Sie alle behandelnden Ärzte darüber.
8. Dosierungsanleitung
Die Dosierung eines Medikaments ist mitentscheidend für seine Wirkungen und Nebenwirkungen. Halten Sie sich deshalb genau an Empfehlungen Ihres Arztes, der Ihnen sagt, wie viel Sie von dem Ihnen verschriebenen Medikament, wann und wie einnehmen sollen. Wenn Sie Nebenwirkungen verspüren, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Die optimale, auf den einzelnen zugeschnittene Dosierung eines Medikamentes lässt sich nur durch eine intensive Zusammenarbeit von Patient und Arzt bzw. Apotheker herausfinden.
9. Art und Dauer der Anwendung
Hier erfahren Sie, ob ein Medikament z. B. gespritzt oder geschluckt werden muss und über welchen Zeitraum es eingenommen werden sollte. Von großer praktischer Bedeutung ist die Angabe, ob ein Präparat vor, während oder nach dem Essen eingenommen werden muss.
10. Aufbewahrungshinweis
Hier erfahren Sie, wie das Medikament zu lagern ist, damit es seine Wirksamkeit nicht vorzeitig einbüßt, und wo Sie die Angaben zur Haltbarkeitsdauer finden.